Ebola bringt Tod und Geld

Seit neun Monaten grassiert im Osten der Demokratischen Republik Kongo Ebola. Mehr als 1000 Patienten sind bereits gestorben. Die Zahl der Kranken steigt jeden Tag. Weshalb der Kampf gegen die Seuche schwierig ist.

Schwieriger Kampf gegen Ebola im Ostkongo. Foto: J. Kannah/WHO

Einheimische und ausländische Helfer sind in die Städte Beni und Butembo in die Provinz Nord Kivu geeilt. Doch insbesondere in Butembo stoßen sie auf Feindseligkeit. Wütende junge Männer stecken Krankenstationen in Brand. Angehörige graben mit dem Ebola-Virus kontaminierte Leichen aus. Kranke verstecken sich, statt zum Arzt zu gehen. Vor kurzem haben Bewaffnete sogar den kamerunische Arzt Richard Valery Mouzoko Kiboung im Krankenhaus ermordet.

Ein Viertel der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten glaubt nicht, dass Ebola wirklich existiert. Das liegt unter anderem daran, dass die Regierung unter dem früheren Staatschef Joseph Kabila die Region im Dezember 2018 von der Präsidentenwahl ausgeschlossen hat. Ebola sei zu gefährlich, entschied das Regime. Einige Wochen später durften die Menschen aber die Abgeordneten für das Parlament wählen, obwohl die Seuche sich immer weiter verbreitet.

Butembo und Beni sind Hochburgen der Opposition des früheren Kabila-Regimes. Die Bevölkerung in der Region fühlt sich allein gelassen. Seit Jahren morden und vergewaltigen Milizen, stehlen die Ernte oder verhindern, dass die Kinder in die Schule gehen können. Weder die Armee noch die Friedenstruppe der Vereinten Nationen (UN) schützt die Menschen. Viele sind wütend, enttäuscht und gewaltbereit.

Dass der Kampf gegen Ebola auch ein Geschäft ist, macht die Lage nicht leichter. Einheimische vermieten Hotelzimmer und Autos zu horrenden Preisen. Wer einen Job als Fahrer, Übersetzer oder medizinische Hilfskraft ergattert, verdient für örtliche Verhältnisse ein Vermögen. Experten aus dem Ausland oder der fernen Hauptstadt Kinshasa werden noch besser bezahlt. Sie ziehen sich den Neid eines Teils der Bevölkerung zu, besonders, wenn sie in Bars und Restaurants gedankenlos große Scheine aus dem Geldbeutel ziehen.

Wer bei dem Geschäft nicht zum Zuge kommt, lässt sich leicht von skrupellosen Machtmenschen manipulieren und zu Gewalt anstacheln. Die Helfer stehen hilflos daneben.

Judith Raupp

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