La voix de tolérance (1): L’Allemagne

Die Journalisten von Radio Tayna wollen dem gegenseitigen Misstrauen im krisengeschüttelten Kongo etwas entgegensetzen. Sie haben – finanziell unterstützt von der deutschen Botschaft in Kinshasa – eine Sendereihe über jene Länder gestartet, aus denen die Entwicklungshelfer und die UN-Angestellten kommen.

Der Fremde, mein Nachbar

Von Judith Raupp

radiogoma-moderator

Foto: tayna

Jeden Morgen und jeden Abend ist Stau in Goma. Geländewagen folgt Geländewagen. Hinter dem Lenkrad sitzen meistens weiße oder braune Menschen. Sie sind Fremde in der ostkongolesischen Millionenstadt. Sie arbeiten für Hilfsorganisationen, die Friedensmission der Vereinten Nationen oder in einer der wenigen privaten Firmen, die es in Goma gibt, jener afrikanischen Metropole die mit Gewalt und Chaos in den Schlagzeilen steht. Die Helfer und Soldaten sind aus Europa, Amerika oder Asien in die Demokratische Republik Kongo gekommen, um ihren Job zu erledigen.

 

Die erste Nummer der Sendung „Multiculture“: Das Verhältnis zu Deutschland

 

Mehr als eine Million Kongolesen beobachten die Ausländer skeptisch, erstaunt, bisweilen amüsiert, manchmal feindselig. Direkte Kontakte bestehen zwischen den Afrikanern und den Ausländern, aber oft nur an der Oberfläche oder innerhalb des beruflichen Zusammenarbeitens. Die Kongolesen wissen wenig über die Kultur und die privaten Lebensgewohnheiten ihrer fremden Nachbarn. Gerüchte und Verschwörungstheorien machen daher schnell die Runde. Europäer, so glauben etwa viele Kongolesen, seien alle reich, ließen sich den lieben langen Tag bedienen, könnten nicht tanzen und liebten nur materielle Dinge. Manche Einheimische sind gar überzeugt, dass die Fremden kämen, um Krankheiten zu verbreiten und sie zu töten.

Radio Tayna: Sie arbeiten im Chaos, verdienen kaum Geld und führen ein gefährliches Leben. Journalisten im Osten der Demokratischen Republik Kongo lassen sich nicht unterkriegen. Auf sofies verkehrte welt erzählen sie Geschichten aus dem Alltag der Menschen nach einem langen Bürgerkrieg. weiterlesen….

Das Unwissen führt bestenfalls dazu, dass die Menschen aneinander vorbei leben. Schlimmstenfalls löst es Spannungen aus, meistens dann, wenn wieder einmal der Krieg ausbricht. Als im August 2013 Granaten auf Goma fielen und Kinder getötet wurden, geriet die Bevölkerung so in Rage, dass sie die Lager der UN-Friedenstruppe angriff. Die Einheimischen waren überzeugt, dass die Blauhelme sie nicht schützen wollten. 400 Kilometer nördlich von Goma massakrieren seit Oktober Milizen die Dorfbewohner mit Macheten und Hacken, fast 100 Frauen, Kinder und Männer wurden umgebracht. Und nun wendet sich die Bevölkerung erneut gegen die Friedenstruppe, weil sie dem Morden kein Ende bereitet.

Die Journalisten von Radio Tayna wollen dem gegenseitigen Misstrauen nicht länger zusehen. Sie haben – finanziell unterstützt von der deutschen Botschaft in Kinshasa – eine Sendereihe über jene Länder gestartet, aus denen die Entwicklungshelfer und die UN-Angestellten kommen. Die Redaktion verbindet Kultur mit Aufklärung und will so einen Beitrag zum gegenseitigenVerständnis leisten.

Die erste Nummer der Sendung „Multiculture“ stellt Deutschland vor (siehe Link). Valéry Mokosasenge, Chefredakteur des Kommunalradios, sagt: „Cool, dass es den Deutschen bei uns gefällt. Ich bin total überrascht, wie gut sie sich integriert fühlen. Außerdem habe ich beim Recherchieren viel über Deutschland gelernt“. Eine der nächsten Folgen wird über die frühere Kolonialmacht Belgien berichten. Weiter auf dem Plan stehen Frankreich, aber auch afrikanische Länder, die Soldaten für die Friedenstruppe stellen.

 

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